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Wir haben Anfang 2026 von ChatGPT auf Claude gewechselt, aus zwei Gründen.

Die zwei Gründe, klar benannt: eine Wertefrage, die wir für uns entscheiden und ein Produktivitätsvorteil im Alltag. Ein anderes Unternehmen darf beides anders gewichten.

Bis Ende 2025 lief bei uay der grösste Teil der täglichen KI Arbeit über ChatGPT. Seit Anfang 2026 ist es Claude von Anthropic. Der Wechsel hatte zwei Gründe und wir nennen beide, weil sie unterschiedlich gewichtet werden können: Der erste ist eine Wertefrage, der zweite eine Frage der Produktivität. Ein anderes Unternehmen kann beim ersten anders entscheiden und beim zweiten zu einem anderen Ergebnis kommen. Beides ist in Ordnung. Wir schreiben auf, wie wir entschieden haben und warum.

Der erste Grund ist eine Wertefrage, die wir für uns entschieden haben.

Im Juli 2025 hat das US Verteidigungsministerium mit OpenAI, Anthropic, Google und xAI Verträge über je bis zu USD 200 Millionen für KI Prototypen abgeschlossen. Das allein war für uns kein Grund, weil alle vier Anbieter beteiligt sind, auch Anthropic. Wer Claude nutzt, nutzt das Modell eines Anbieters, der ebenfalls einen Vertrag mit dem Pentagon hat. Eine saubere Weste hat keiner der grossen Anbieter und wir behaupten für unseren auch keine.

Den Unterschied machten für uns die Bedingungen und die Richtung. Berichte, gestützt auf Dokumente aus einer FOIA Klage, zeigten, dass das Pentagon von OpenAI eine Version verlangt hat, die militärische Befehle möglichst selten verweigert. Anfang 2026 hat OpenAI zudem eine Vereinbarung angekündigt, mit der seine Modelle in geheimen Umgebungen eingesetzt werden. Ein Modell, das darauf ausgelegt wird, bei militärischen Befehlen seltener Nein zu sagen, ist ein anderes Produkt als eines, das für Prototypen bereitgestellt wird. Uns geht es um diese Richtung, nicht um die Frage, ob KI Anbieter überhaupt mit Staaten arbeiten dürfen.

Ich habe das für uay entschieden und ich sage dazu drei Dinge. Erstens: Es ist unsere Entscheidung, keine Empfehlung. Ein Unternehmen, das ChatGPT nutzt, macht nichts falsch und wir predigen niemandem, was er nutzen soll. Zweitens: Die Faktenlage kann sich ändern. Geht Anthropic in dieselbe Richtung, stellen wir uns die Frage neu. Drittens: Für ein KMU mit anderen Prioritäten ist dieser Grund allein vermutlich zu wenig, um ein eingespieltes Werkzeug zu wechseln. Deshalb gibt es den zweiten Grund.

Der zweite Grund ist, dass Claude uns im Alltag Zeit spart.

Der zweite Grund ist nüchterner und für die meisten Unternehmen der wichtigere. Wir haben beide Werkzeuge eine Zeit lang parallel auf denselben Aufgaben laufen lassen: Offerten lesen, Verträge zusammenfassen, Code schreiben und prüfen, Texte in unsere Sprache bringen. In unserer Arbeit war Claude in drei Punkten besser.

Erstens hält sich Claude an Anweisungen. Wenn wir sagen, dass ein Text keine Ausrufezeichen und keine Superlative enthalten soll, dann fehlen sie auch im dritten Entwurf noch. Bei ChatGPT mussten wir dieselbe Regel öfter wiederholen. Zweitens fragt Claude dort nach, wo eine Frage nötig ist und entscheidet sonst selber. Das ist das Mass, das wir von einem Mitarbeitenden erwarten würden und es spart pro Aufgabe die Runde, in der man Rückfragen beantwortet, die man schon beantwortet hat. Drittens arbeitet Claude Code direkt in unseren Projekten: Es liest die Struktur, hält sich an die Regeln im Repository und liefert Änderungen, die wir prüfen statt neu schreiben. Was Claude Code kann und was es trotzdem nicht selber entscheiden sollte, haben wir separat aufgeschrieben.

Das kostet etwas. Damit wir ohne Limiten arbeiten können, brauchen wir das Abo für rund USD 100 pro Monat und Person. Für uns rechnet sich das, weil eine gesparte Stunde pro Woche diesen Betrag deckt. Für jemanden, der KI zweimal pro Woche für eine Mail nutzt, rechnet es sich nicht und dann ist das günstigere Werkzeug das richtige. ChatGPT haben wir nicht gelöscht, wir halten es für den Vergleich im Einsatz. Warum wir alle drei grossen Werkzeuge parallel behalten, erklären wir an anderer Stelle.

Ein anderes Unternehmen darf das anders gewichten.

Beide Gründe gelten für uay. Der erste ist eine Haltung und Haltungen lassen sich nicht übertragen. Der zweite hängt von der Arbeit ab: Wer hauptsächlich Bilder erzeugt oder in einem Umfeld arbeitet, in dem ChatGPT bereits in andere Werkzeuge eingebaut ist, kommt vielleicht zu einem anderen Ergebnis und das ist dann richtig so. Welche Werkzeuge für ein Unternehmen überhaupt zur Auswahl stehen, haben wir in einem Vergleich zusammengestellt.

Wichtiger als die Wahl des Anbieters ist in den meisten Unternehmen ohnehin eine andere Frage: welche Daten in welches Werkzeug dürfen. Offerten, Kundenlisten und Verträge gehören in keines der beiden, solange es dazu keine Richtlinien und keine Alternative gibt. Was das für ein KMU bedeutet, steht auf der Seite ChatGPT mit Kundendaten. Der Wechsel des Werkzeugs war für uns der kleinere Entscheid. Welche vier Entscheide dazu bei der Geschäftsleitung liegen und bei niemandem sonst, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben. Der Wechsel des Werkzeugs war für uns der kleinere Entscheid. Der grössere war, vorher festzulegen, was wir hineingeben.

Warum nicht einfach die KI fragen

  1. Frag sie

    Wenn die KI dir in fünf Minuten sagt, welches Werkzeug zu deiner Arbeit passt, ist das der richtige Weg und wir sind die Ersten, die das sagen.

  2. Was die KI nicht weiss

    Was wir selber im Einsatz haben, was es pro Monat kostet, welche Daten in welches Werkzeug dürfen und wer die Verantwortung übernimmt, wenn der Entscheid falsch war. Dafür gibt es uns.

Weitere Beiträge zu #ki.

Wenn du vor derselben Frage stehst, welches Werkzeug zu deiner Arbeit passt und was hinein darf, schreib uns. Wir lesen, was du schickst und melden uns.