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Ein Skill ist die Arbeitsanweisung, die man sonst jedes Mal neu tippt.

Ein Skill hält fest, wie eine wiederkehrende Aufgabe abläuft und Claude befolgt ihn, sobald sie auftaucht. Was dahintersteckt, welche drei Skills bei uns jeden Tag laufen und wann sich die Stunde lohnt, sie aufzuschreiben.

Wer täglich mit einem KI Werkzeug arbeitet, tippt irgendwann dieselben Sätze zum zwanzigsten Mal: wie ein Dokument aufgebaut sein soll, welche Regeln im Code gelten, was am Schluss geprüft werden muss, in welcher Reihenfolge. Das funktioniert, kostet aber jedes Mal Zeit und es geht jedes Mal ein wenig anders aus, weil niemand denselben Auftrag zweimal genau gleich formuliert. Skills lösen dieses Problem. Sie sind der unspektakulärste Teil von Claude und der, der bei uns am meisten Zeit spart.

Ein Skill ist eine Textdatei mit einer Anweisung und einer Zeile, die sagt, wann sie gilt.

Technisch ist ein Skill ein Ordner mit einer Datei darin. In der Datei stehen zwei Dinge: eine kurze Beschreibung, für welche Aufgabe der Skill gedacht ist und darunter die Anweisung selber, in normalem Text. Claude liest die Beschreibungen mit und sobald eine Aufgabe dazu passt, wird die Anweisung dazugeholt und befolgt. Es gibt keine Programmierung, keine Konfigurationssprache und nichts, was man lernen müsste, ausser klar zu schreiben.

Der Unterschied zu einem gut formulierten Prompt ist, dass ein Skill nicht im Chat verschwindet. Er liegt beim Projekt, ist versioniert und wer ihn ändert, ändert ihn für alle, die damit arbeiten. Damit ist ein Skill weniger ein KI Thema als ein Dokumentationsthema: Es ist die Arbeitsanweisung, die in vielen Betrieben im Kopf einer einzigen Person liegt, nur an einem Ort, an dem sie tatsächlich angewendet wird und nicht in einem Ordner, den seit zwei Jahren niemand geöffnet hat.

Drei Skills tragen bei uns den grössten Teil der täglichen Arbeit.

Wir setzen Skills in unserer eigenen Entwicklung ein und drei davon laufen praktisch jeden Tag.

  • Der erste macht aus einem Gespräch ein Anforderungsdokument: Er stellt der Reihe nach die Fragen, die wir sonst vergessen, schaut im bestehenden Code nach, was es schon gibt und schreibt das Ergebnis in ein Format, das bei jedem Vorhaben gleich aussieht.
  • Der zweite arbeitet eine einzelne Etappe eines Plans ab, von der Umsetzung über die Prüfung bis zum Speichern des Zwischenstands und hört dort auf, wo die nächste Etappe anfangen würde.
  • Der dritte prüft das Ergebnis gegen das Anforderungsdokument und gegen unsere Coderegeln und schreibt auf, was nicht stimmt, ohne es gleich selber zu ändern.

Der Gewinn liegt nicht bei einem einzelnen Auftrag, sondern in der Wiederholbarkeit. Zwei Personen bekommen dasselbe Format, dieselben Prüfschritte und dieselbe Reihenfolge und wenn wir merken, dass eine Frage im Anforderungsdokument fehlt, ergänzen wir sie einmal statt in jedem Kopf einzeln. Dasselbe Muster gibt es ausserhalb der Entwicklung genauso: die Offerte, die immer denselben Aufbau hat, das Protokoll nach einem Kundentermin, die Zusammenfassung eines Vertrags, die immer dieselben fünf Punkte nennen muss.

Eine Stunde schreiben lohnt sich, sobald dieselbe Anweisung zum dritten Mal getippt wird.

Einen brauchbaren Skill zu schreiben dauert bei uns rund eine Stunde und der grösste Teil davon ist nicht Tippen, sondern Nachdenken darüber, wie die Arbeit eigentlich abläuft. Die Rechnung dahinter ist einfach: Wenn der Skill pro Einsatz zehn Minuten spart und zweimal pro Woche gebraucht wird, ist die Stunde nach drei Wochen zurückverdient und danach ist es Gewinn. Bei den rund USD 100 pro Monat und Person, die wir für das Abo bezahlen, seit wir Anfang 2026 auf Claude gewechselt sind, fällt die Stunde Schreibarbeit ohnehin kaum ins Gewicht.

Die Regel, die wir daraus gemacht haben: Wir schreiben einen Skill, wenn wir dieselbe Anweisung zum dritten Mal tippen und vorher nicht. Skills auf Vorrat zu schreiben führt zu einer Sammlung von Anweisungen für Aufgaben, die so nie vorkommen und beschreibt einen Ablauf, den es im Betrieb gar nicht gibt. Beim dritten Mal weiss man dagegen ziemlich genau, was jedes Mal gleich war und was von Fall zu Fall entschieden werden muss. Kurz halten hilft zusätzlich: Eine Seite, die gelesen und befolgt wird, ist mehr wert als fünf Seiten, die jeden Sonderfall abdecken wollen.

Ein Skill macht die Arbeit gleichmässiger, er nimmt niemandem den Entscheid ab.

Es lohnt sich, den Nutzen richtig einzuordnen. Ein Skill sorgt dafür, dass eine Aufgabe jedes Mal gleich abläuft. Er sorgt nicht dafür, dass das Ergebnis stimmt. Wenn in der Anweisung ein Fehler steht, wird dieser Fehler ab sofort zuverlässig wiederholt und zwar bei allen. Wir behandeln einen Skill deshalb wie Code: Er wird gelesen, bevor er gilt und geändert, wenn sich der Ablauf ändert.

Am Prüfen ändert sich dadurch nichts. Was ein Skill an Text, Code oder Dokument produziert, muss danach von einem Menschen gelesen werden und dieser Teil dauert genau so lange wie vorher. Wo ein Agent selbständig arbeiten darf und wo nicht, entscheidet ebenfalls nicht der Skill, sondern die Regel dahinter: Wir haben aufgeschrieben, was bei uns kein Agent unbeaufsichtigt tut und ein Skill hebt diese Grenze nicht auf, sondern hält sie fest.

Für einen Betrieb, der noch am Anfang steht, ist das der eigentliche Punkt. Bevor sich die Frage stellt, wie man eine Anweisung für ein KI Werkzeug schreibt, muss klar sein, welcher Arbeitsschritt sich überhaupt festhalten lässt und welcher jedes Mal eine Entscheidung braucht. Diese Unterscheidung ist dieselbe wie bei der Frage, wann eine KI Antwort reicht und wann es jemanden mit Verantwortung braucht. Wer sie einmal für seine drei häufigsten Abläufe trifft, hat die Arbeit schon zur Hälfte gemacht und der Rest ist eine Stunde Schreiben.

Warum nicht einfach die KI fragen

  1. Frag sie

    Wenn dir Claude selber erklärt, wie ein Skill aufgebaut ist und wohin die Datei gehört, ist das ein guter Anfang und wir sind die Ersten, die das sagen.

  2. Was die KI nicht weiss

    Welche Abläufe in deinem Betrieb sich überhaupt festschreiben lassen, welche Daten dabei ins Werkzeug fliessen und wer entscheidet, wenn die Anweisung nicht passt. Dafür gibt es uns.

Wenn bei dir jemand täglich mit einem KI Werkzeug arbeitet und dabei immer wieder dieselben Anweisungen neu tippt, zeig uns einen dieser Abläufe: Wir gehen durch, was sich festschreiben lässt und was eine Person entscheiden muss. Eine Stunde Gespräch für CHF 300, von uns vorbereitet und nachbereitet, bezahlt nur, wenn das Ergebnis für dich stimmt.