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Für Privatpersonen sind alle drei grossen gut genug und Gemini ist bei vielen schon bezahlt.
Privat entscheidet nicht das stärkste Modell, sondern das Werkzeug, das man tatsächlich öffnet. Was die drei grossen im Jahr kosten, wo ein Schweizer Anbieter heute steht und welche fünf Dinge in keinen Chat gehören.
Die Frage kommt privat genauso oft wie im Betrieb, nur ohne Budget dahinter: Welches KI Werkzeug soll man nehmen. Erwartet wird eine Rangliste und geliefert wird sie im Netz reichlich, meist mit einem anderen Sieger pro Monat. Für den privaten Gebrauch führt sie an der Sache vorbei. Claude, ChatGPT und Gemini sind für das, was eine Privatperson damit tut, alle drei gut genug. Wichtig sind zwei andere Fragen: was ohnehin schon bezahlt ist und was besser in keines der drei getippt wird.
Privat liegen die drei grossen näher beieinander als im Berufsalltag.
Im Beruf entstehen die Unterschiede dort, wo es anspruchsvoll wird: langer Code, ein Vertrag über vierzig Seiten, ein Text, der über drei Entwürfe hinweg denselben Regeln folgen muss. Privat sieht die Arbeit anders aus. Ein Brief an die Versicherung, eine Zusammenfassung eines langen Artikels, eine Übersetzung, ein Rezept aus dem, was im Kühlschrank liegt, eine Erklärung für die Mathematikaufgabe des Kindes, ein Ferienprogramm für vier Tage. Diese Aufgaben lösen alle drei Werkzeuge auf einem Niveau, bei dem der Unterschied im Alltag nicht auffällt.
Wir halten die drei Abos parallel, weil wir nur empfehlen können, was wir selber im Einsatz haben. Der Abstand, den wir dort beschreiben, betrifft genau die Aufgaben, die privat selten vorkommen. Dazu kommt, dass jeder Anbieter im Abstand von Wochen ein neues Modell liefert und sich die Reihenfolge entsprechend oft dreht. Wer seine Wahl auf den Test stützt, den er zuletzt gelesen hat, trifft sie im nächsten Quartal neu.
Wer für Google Speicher bezahlt, hat Gemini in der Regel schon im Abo.
Die bezahlten Stufen der drei Anbieter liegen für Privatpersonen bei rund USD 20 pro Monat, also rund USD 240 im Jahr. Das teure Claude Abo für rund USD 100 pro Monat ist ein Werkzeug für Leute, die den ganzen Tag damit arbeiten und privat schlicht nicht nötig. Bevor jemand USD 240 für ein zweites Werkzeug ausgibt, lohnt sich der Blick darauf, was im Haushalt bereits läuft: Wer ein Google Konto mit zusätzlichem Speicher bezahlt, hat Gemini heute in der Regel im selben Abo und wer beruflich mit Google Workspace arbeitet, hat es in Mail und Dokumenten ohnehin vor sich.
Das ist kein Argument dafür, dass Gemini das beste Werkzeug ist. Es ist ein Argument dafür, dort anzufangen, wo nichts dazukommt. Wer die Gratisstufen nutzt, kommt bei gelegentlichem Gebrauch ebenfalls weit: Die Grenzen treffen den, der täglich lange Texte durcharbeitet und nicht den, der zweimal pro Woche eine Frage stellt. Bezahlt wird sinnvollerweise erst, wenn eine Gratisstufe im eigenen Gebrauch spürbar bremst und nicht vorher.
Ein Rechenbeispiel aus einem Haushalt: Zwei Personen, die je ein Abo für USD 20 lösen, zahlen zusammen USD 480 im Jahr. Wer stattdessen das Werkzeug nutzt, das über das Google Konto ohnehin bezahlt ist und die zweite Person auf der Gratisstufe eines anderen Anbieters arbeiten lässt, hat im Alltag denselben Nutzen ohne zusätzliche Rechnung. Das ist keine grosse Summe, aber es ist die Art von Abo, die zwei Jahre später noch läuft, weil niemand mehr hinschaut.
Die Schweizer Angebote sind privat noch einen Schritt zurück und trotzdem ein guter Anfang.
Wer aus Datenschutzgründen lieber bei einem Schweizer Anbieter bleibt, kann das tun, sollte aber wissen, worauf er verzichtet. Euria von Infomaniak läuft auf Schweizer Infrastruktur und wird im eigenen Rechenzentrum des Anbieters verarbeitet, die Daten werden weder zur Verbesserung von Modellen noch für Auswertungen genutzt, der Betrieb ist auf die DSGVO und das Schweizer DSG ausgelegt und es gibt einen ephemeren Modus, in dem Unterhaltungen nicht im Konto gespeichert werden. Für Unternehmen ist das Angebot über kSuite Pro verfügbar. Was fehlt, ist der Komfort, den die drei grossen mitbringen: Sprachmodus, Bilder, App auf dem Telefon, Anbindung an das eigene Mailkonto.
Nach unserer Erfahrung ist das der Stand für den privaten Gebrauch: bei den Zusatzfunktionen zurück, beim Kern der Sache, also Fragen stellen und Texte schreiben lassen, brauchbar. Für jemanden, der zum ersten Mal ein solches Werkzeug öffnet, ist das ein guter Anfang, weil die Datenfrage beantwortet ist, bevor sie sich stellt. Der Verzicht ist damit konkret und nicht ideologisch: weniger Komfort gegen die Gewissheit, wo die Eingaben liegen. Wer diese Gewissheit privat nicht braucht, weil im Chat ohnehin nur Rezepte und Ferienpläne stehen, verliert nichts, wenn er bei einem der grossen bleibt. Wer Angaben aus einem Verein, aus einem Nebenamt oder aus der eigenen Buchhaltung eintippt, hat mit einem Schweizer Anbieter die einfachere Antwort auf die Frage, wo diese Angaben gelandet sind. Andere Schweizer Anbieter gibt es ebenfalls und welcher passt, verdient eine Prüfung im Einzelfall. Für Unternehmen führt derselbe Weg über die Datenklassen und wie dieser Entscheid im Betrieb aussieht, haben wir aufgeschrieben.
Was in keines der Werkzeuge gehört, ist bei allen dasselbe.
Der Anbieter ändert nichts daran, dass eine Eingabe das eigene Gerät verlässt. Fünf Dinge gehören darum in keinen Chat, unabhängig davon, welches Werkzeug offen ist:
- Passwörter, Zugangsdaten und Wiederherstellungscodes.
- Scans von Ausweisen sowie Bank- und Versicherungsunterlagen mit vollständigen Nummern.
- Gesundheitsangaben, eigene oder die von Angehörigen.
- Daten anderer Personen, also weitergeleitete Nachrichten, Bewerbungsunterlagen von Bekannten, Adresslisten aus dem Verein.
- Alles, was dem Arbeitgeber gehört: Offerten, Kundenlisten, Verträge, Quellcode.
Der letzte Punkt ist der, an dem privater Gebrauch zum Problem einer Firma wird. Wer abends auf dem privaten Konto schnell eine Kundenmail formulieren lässt, hat Firmendaten an einen Ort gebracht, von dem im Betrieb niemand weiss und genau daraus entsteht das, was wir Schatten KI nennen. In den Einstellungen lässt sich bei allen drei grossen abschalten, dass Unterhaltungen zur Verbesserung der Modelle verwendet werden. Diese fünf Minuten sind gut investiert, ersetzen die Liste oben aber nicht: Man sollte davon ausgehen, dass Eingaben ausgewertet werden, egal was in den Bedingungen steht.
Wer sich nicht entscheiden kann, nimmt eines und gibt ihm zwei Wochen.
Die brauchbarste Empfehlung ist die unbequemste: Nicht weiter vergleichen, sondern anfangen. Zwei Wochen mit zwanzig Minuten pro Tag und echten Aufgaben aus dem eigenen Leben sagen mehr über die Wahl aus als jede Tabelle, weil sich dabei zeigt, ob das Werkzeug wirklich benutzt wird. Genutzt wird meistens das, was schon da ist, also die App auf dem Telefon oder das Feld im Mailprogramm.
Der Wechsel kostet später fast nichts. Es gibt keinen Vertrag über Jahre, keine Daten, die sich nicht ersetzen lassen und keine Einarbeitung, die verloren geht. Was zurückbleibt, ist der Verlauf der alten Unterhaltungen und der ist selten etwas wert. Wir selber sind Anfang 2026 aus zwei Gründen gewechselt und der Umstieg dauerte einen Nachmittag. Wer privat anfängt, sollte nur eines im Kopf behalten: Sobald Arbeit aus dem Betrieb im privaten Konto landet, ist es keine private Frage mehr.
Warum nicht einfach die KI fragen
Frag sie
Wenn dir die KI in fünf Minuten die drei Anbieter gegenüberstellt, ist das für den privaten Gebrauch ein guter Anfang und wir sind die Ersten, die das sagen.
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Welches Werkzeug in deinem Betrieb bezahlt wird, welche Daten hinein dürfen und was passiert, wenn Mitarbeitende ihre Arbeit weiterhin auf privaten Konten erledigen. Dafür gibt es uns.
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